Erfolgreicher Saisonauftakt für den OLC Graz im MTBO. Massenstart als neues Format.
Am letzten Wochenende ging im Raum Wiener Neustadt die erste MTBO Doppelveranstaltung dieses Jahres über die Bühne und das gleich mit zwei österreichischen Meisterschaften. Der OLC Graz war mit fünf Athleten (Anton Greiner, Ewald Glatz, Günter Kradischnig, Lajos Sarecz sowie Walter Dravetz) vertreten. Dazu war erstmals auch Wolf Eberle mit von der Partie, welcher seit kurzem unser neues Vereinsmitglied ist und in Zukunft das MTBO Team des OLC verstärken wird. Wolf ging am Sonntag in der Klasse H80 an den Start.
Den Auftakt machte am Samstag das neue Format Massenstart am Truppenübungsplatzgelände Großmittel. Das Gelände war bereits von mehreren Wettkämpfen bekannt. Das Format Massenstart wurde 2015 eingeführt, als es im Zuge des Worldcups in Ungarn zur erstmaligen Austragung gelangte. Walter war damals als Senior Event Adviser der IOF Teil des Geschehens. Mit einiger Verspätung hat nun auch Österreich das neue Format als offizielle Meisterschaft eingeführt, nachdem es in den letzten Jahren bereits erfolgreich einige Probeläufe gegeben hatte. Das gänzlich flache Gelände war großteils offen und mit einigen kleineren und größeren Waldstücken durchsetzt. Querfahren war überall erlaubt und so gab es auch Posten abseits von Wegen, was für manche Teilnehmer ungewohnt war.
Walter gewann die Klasse H70 mit großem Vorsprung, obwohl er ab Hälfte des Rennens mit einem schleichenden Patschen zu kämpfen hatte. Es ging sich aber gerade noch aus, die Luft hielt bis ins Ziel. Anton konnte sich ebenfalls am Podium platzieren und in der H17 die Silbermedaille erringen, obwohl er selber mit seiner Leistung nicht ganz zufrieden war. Ewald und Günter klagten über mehrere größere Fehler, sodass beiden eine Platzierung im Vorderfeld ihrer Klasse versagt blieb. Lajos, unser Gast aus Ungarn, fuhr ein sehr beherztes Rennen und landete in der Klasse Herren Kurz ebenfalls am zweiten Platz.
Leider waren die Bahnen großteils viel zu kurz und erreichten in vielen Klassen nicht einmal die Richtzeit für eine Mitteldistanz. Da hatte der Bahnleger wohl das Gelände komplett überschätzt. Etwas eigenartig war der Zielbereich. Weder gab es einen Zielbogen, noch war ein Postenschirm zu sehen. Erst auf den letzten Metern war der Zielteppich am Asphalt zu erblicken.
Am Sonntag fand der zweite AC in Form eines Sprintbewerbes statt. Wieder war ein militärisches Übungsgelände Schauplatz des Geschehens, diesmal in Blumau-Neurißhof. Auch dieses Gelände war schon von mehreren Austriacups bekannt. Der Charakter war aber ein völlig anderer als am Vortag. Auf dem Gelände befand sich ehemals eine Munitionsfabrik, zahlreiche Ruinen zeugen noch heute davon. Wieder war das Querfahren erlaubt, allerdings war es um einiges anspruchsvoller als am Vortag, da so manche Singletrails nur mit großer Vorsicht zu bewältigen waren und auch das Orientieren im offenen Gelände mehr Konzentration verlangte. Deshalb waren die Kilometerzeiten auch deutlich langsamer als am Samstag.
Walter konnte auch die zweite Meisterschaft trotz einiger kleiner (Routenwahl-) Fehler deutlich gewinnen, er war auch der einzige Fahrer in seiner Klasse, der ohne größeren Fehler durchkam. Auch Topfahrer hatten mit dem offenen Gelände ihre Probleme, ohne Fehler kam an diesem Tag kaum ein Fahrer durch. Anton machte es diesmal deutlich besser und er war mit seiner Leistung auch sehr zufrieden, landete er doch mit nur geringem Rückstand wieder auf dem zweiten Platz und konnte auf einigen Teilstrecken sogar Bestzeit markieren. Wolf, gesundheitlich noch etwas angeschlagen, fuhr ein solides Rennen und belegte in seiner Klasse den dritten Platz in der österreichischen Wertung. Günter war diesmal deutlich besser unterwegs und mit seinem Lauf auch einigermaßen zufrieden, er schrammte in der Klasse H60 diesmal nur knapp an einer Medaille vorbei. Ewald haderte auch diesmal wieder mit dem (für ihn zu flachen) Gelände und er freut sich schon auf die ersten Wettkämpfe in steilerem Gebiet, wo er dann endlich seine physische Stärke ausspielen kann. Lajos lief es diesmal nicht so gut, er landete im soliden Mittelfeld. Die Bahnen gelangen diesmal deutlich besser und entsprachen in fast allen Kategorien den Richtwerten.
Abgesehen von den erwähnten Einschränkungen, waren es zwei sehr gute Veranstaltungen. Positiv zu erwähnen ist auch noch die sehr gute Lesbarkeit der Karte an beiden Tagen, was nicht zuletzt dem Maßstab von 1: 7500 (Massenstart) bzw. 1:5000 (Sprint) geschuldet war.
